Befreiungstag 2017 in Buchenwald-Dora

24. April 2017

Am 9. April 2017 in Buchenwald wurde Mahnen und Gedenken wie stets am Befreiiungstag als Verpflichtung verstanden. Die Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora hatte im von Besuchern überfüllten Kinosaal der Gedenkstätte ihr achtes Treffen der Nachkommen zum Thema „Jugendliche und Kinder im KZ Buchenwald“ durchgeführt – allerdings von der Öffentlichkeit nicht beachtet.

Nach emotional beeindruckender Einstimmung, sprachen der zweiundneunzigjährige Vorsitzende der Lagerarbeitsgemeinschaft, Günter Pappenheim und der Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos, Dominique Durand. Nach einem fachlich fundierten Referat der Leiterin des Buchenwaldarchivs, Sabine Stein, lasen Jugendliche Texte von Kindern, die im KZ waren und zu den 904 Jugendlichen und Kindern gehörten, die dank der Fürsorge des organisierten politischen Widerstands im Lager die Befreiung erleben konnten. In einer Erklärung der Teilnehmer des Treffens wurde die Forderung erhoben, die „[...] wahnsinnige Rüstungsspirale anzuhalten, Waffenexporte zu stoppen, die Stationierung US-amerikanischer Atomwaffen auf deutschem Boden zu verbieten und die Verhandlungen über ein völkerrechtliches Verbot der Kernwaffen nicht zu boykottieren, sondern konstruktiv daran mitzuwirken. Gebt den Kindern der Welt die Chance einer friedlichen Zukunft!“ Auf dem ehemaligen Appellplatz übergaben ehemalige Häftlingen symbolisch ihre Vermächtnisse an die folgenden Generationen Mehrfach durch den Beifall hunderter Anwesender unterbrochen, legten sie das eindeutige Bekenntnis zum Schwur von Buchenwald ab: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Die Errichtung einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“
Am Glockenturm gedachten die Anwesenden still der Opfer des Konzentrationslagers Buchenwald.

Gerhard Hoffmann